Am Montag betrat Joschka Fischer das Restaurant im Bundestag und bestellte sein tägliches Rohkostmenü. Als der Kellner mit dem Teller zurückkam, traute der Fraktionssprecher seinen Augen nicht: drei rote Äpfel.

Da lag der Schrecken schon wieder vor ihm! Das Dreierbündnis, diesmal als rote Fruchtfront. Und als wäre der Teller vom christdemokratischen Küchenchef Peter Hintze persönlich serviert worden, griff Fischer grimmig nach dem rotesten der drei Äpfel, begann ihn zu schälen, in kleine Stücke zu schneiden und schließlich zu verschlingen.

Das quälende Thema PDS, wann ist es endlich vom Tisch?

Wohin die Grünen kommen, sie sehen rot. In Wörlitz, wo die Fraktion Gemeinsamkeiten mit der SPD ausloten wollte, wartete - das Thema PDS. Mühsam einigte man sich auf eine Erklärung, die ein PDS- Bündnis ausschloß - doch in Bonn wartete schon CDU-General Hintze und feixte: Wo liegt Wörlitz? Ist das nicht in Sachsen-Anhalt, da, wo das Linksbündnis regiert?

Hintze läßt tanzen, aber nicht er allein. Da ist auch auch Vera Lengsfeld, die sich von den Grünen abwendete, weil die angeblich zu sehr mit der PDS liebäugeln. Dann sind da Deutschlands "linke Intellektuelle", die aus Erfurt nach einem rotrotgrünen "Bündnis" rufen.

Und schließlich stehen sich die Grünen selbst im Wege. Gerade ein Wochenende verging, und schon polemisierte der linke Flügel gegen den Wörlitzer Unvereinbarkeitsbeschluß. Da fällt Hintze das Grinsen und dem Kanzler das Frotzeln leicht.

Was für eine Kampagne: Es scheint, als habe der Schweiß von zwei Jahren Hintzes "Rote Socken" zu einer noch wirkungsvolleren Waffe kondensiert. Der Abgrenzungsbeschluß, zu dem sich der grüne Bundesvorstand am Dienstag doch noch durchrang, wird daran wenig ändern.