Luther Eeben Barlow hatte im Wendejahr 1989 einen Traum: "Ich wollte die beste Militärberatungsfirma der Welt aufbauen." Damals mußte der Berufssoldat um seinen Job fürchten, denn auch in Südafrika lag eine epochale Umwälzung in der Luft: das Ende der Apartheid.

Barlow arbeitete im Civil Co-Ordination Bureau und ahnte, daß dieses Spezialkommando zur Bekämpfung der "schwarzen Gefahr" schon bald überflüssig sein würde. Aber was tun? Außer der Terroristenjagd hatte Barlow nicht viel gelernt. Zur rechten Zeit kam ihm die zündende Idee: Er gründete ein Unternehmen und sammelte alte Kameraden um sich: Kampftaucher und Kryptographen, Luftaufklärungspiloten, Sprengstoffexperten, Geheimagenten und fronterprobte Offiziere.

Etliche von ihnen dienten bei Koevoet ("Brechstange") oder im 32. Bataillon, berüchtigten Killereinheiten des weißen Regimes.

Eine Truppe harter Profis also. Das Unternehmen hieß Executive Outcomes, was in der Soldatensprache soviel bedeutet wie "Befehle vollstreckt".

Der Traum von der "besten Militärberatungsfirma der Welt" ist wahr geworden. Eeben Barlow, vierzig Jahre alt, lenkt ein Großunternehmen.

Er rechnet in Millionen. Er kommandiert ein Heer von Mitarbeitern.

Er unterhält direkte Drähte zu Staatschefs. Mit seinem Imperium ist der Kolonialismus nach Afrika zurückgekehrt.