Die einen nennen es Wettbewerb, die anderen Steuerflucht: Immer mehr Deutsche verschmähen die Telekom und ihre deutschen Konkurrenten.

Sie wenden sich bei Anrufen in die Vereinigten Staaten vertrauensvoll an Call-back-Dienste, die billigste Variante des Übersee-Telephonierens.

Da es weniger kostet, von Amerika nach Deutschland zu telephonieren als umgekehrt, wählen sie Automaten in den USA an, lassen sich zurückrufen und vermitteln. So sparen die findigen Anrufer Gebühren und ihnen bleibt auch die deutsche Mehrwertsteuer erspart. Die Telekom geht leer aus - und auch der Finanzminister.

Dies will der Bonner Kassenwart mit Hilfe der Europäischen Union ändern. Für Call-back-Dienste soll dort Mehrwertsteuer gezahlt werden, wo sie genutzt werden - egal ob der Betreiber in Deutschland oder in den USA residiert. Noch ist völlig unklar, wer dann die Steuern wie eintreiben soll. Doch wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg. Nicht daß der deutsche Finanzminister hierzulande besonders beliebt wäre künftig werden ihn auch die Amerikaner fürchten lernen.