Der Mann nennt sich Udo Buchholz. Vor den achtzig Leuten, die sich am 19. Dezember letzten Jahres in einem angemieteten Dresdner Büroraum drängen, gibt er sich knallhart. Jeder solle gefälligst genau zuhören, wenn er jetzt das Angebot seiner Firma erläutere.

"Es gibt immer Idioten, die kapieren es nicht."

Dann legt er los. Die Berliner Firma Car-Line, die er die Ehre habe zu vertreten, plane Großartiges. Dem armen deutschen Steuerzahler solle aus der Patsche geholfen werden. Der werde nämlich bei der Dienstwagensteuer gehörig abgezockt, weil privat und geschäftlich gefahrene Kilometer oft nur pauschal abzurechnen seien. Was bislang fehle, sei ein brauchbarer Einzelnachweis, den auch das Finanzamt akzeptiere.

Die Rettung ist nah: ein kleines Gerät, das auf den ersten Blick aussieht wie ein normaler Taschenrechner, ein "modulares Reise-Informations- und Abrechnungssystem", wie Buchholz es nennt. Er buchstabiert stolz: "M-o-r-i-a-a."

Mit dem kleinen Wunderkasten, in den vor Fahrtbeginn jeweils Start- und Zielort sowie der Reisegrund eingegeben werden müssen, könne man pro Jahr locker tausend Mark Steuern sparen. Mal bitte die Hand hoch, wer auf so viel Geld verzichten will? Es meldet sich niemand.

Udo Buchholz blickt zufrieden in die Runde, dann fährt er fort.

Seine Firma habe sich zum Ziel gesetzt, daß Morias künftig in jedes in Deutschland zugelassene Neufahrzeug eingebaut werde - serienmäßig. Allerdings gebe es noch ein klitzekleines Problem.