Daß der Frieden in Bosnien-Herzegowina nicht kostenlos zu haben ist, weiß die Welt: Allein in diesem Jahr, so haben Weltbank und EU berechnet, werden 1,4 Milliarden US-Dollar nötig sein, um das zerschossene Land wiederaufzubauen. Auf einer Pressekonferenz begründeten bosnische Politiker vergangene Woche in Brüssel ihre Bitte um internationalen Beistand mit Zahlen: Noch immer sei mehr als die Hälfte der Bevölkerung arbeitslos, die Industrie erreiche gerade mal ein Siebtel der Vorkriegsproduktion. Nikola Grabovac jedoch, den beleibten Minister für Zivile Angelegenheiten, drängte es, den Journalisten konkretere Argumente zu präsentieren: "Schauen Sie mich an: Jetzt sehe ich wieder so aus wie vor fünf Jahren.

Aber zwischendurch, während des Krieges in Sarajevo, hatte ich 35 Kilo abgenommen." Europa möge "helfen, daß es bei uns allen wieder normaler wird", fuhr der Kroate fort. Die Technokraten von EU und Weltbank grinsten verlegen - und sprachen später von einer "Investition in Humankapital".