Manche behaupten ja, er sei der eigentliche Uli. Zuschauer schätzen seinen schnörkellosen Moderationsstil, Kritiker kommentieren begeistert, wenn der Chef von "ARD-Aktuell" die "Tagesthemen" präsentiert. Er sei so unprätentiös. So souverän. Und so uneitel.

Uneitel, wie Ulrich Deppendorf ist, weist er das weit von sich. "Ich geh' ins Studio und mach' das, wie ich es gelernt habe."

Er macht das nicht oft. Er macht das immer dann, wenn Ulrich Wickert und Sabine Christiansen krank oder im Urlaub sind. Es drängt ihn auch nicht, häufiger auf dem Schirm zu erscheinen. Moderieren zehrt an den Nerven. Und, vor allem: "Der Ulrich Wickert und die Sabine Christiansen sind hervorragende Leute."

Das sagt er über alle 230 Mitarbeiter seiner Redaktion. Maskenbildner gehören dazu, Nachrichtensprecher, Beleuchter, Kameraleute, Sekretärinnen. Und achtzig Redakteure. Bis zu zwanzig Sendungen produzieren sie an manchen Tagen, rund um die Uhr, im Schichtdienst: die Tagesschauen im "Morgenmagazin", die Tagesschauen am Nachmittag, die "Tagesthemen", das "Nachtmagazin", die klassische "Tagesschau" um 20 Uhr und die neue moderierte Ausgabe um 17 Uhr.

Zwischendurch sind Konferenzen. Sieben-, acht-, neunmal am Tag. Am Abend dann die "Flurschelte", ein kurzes Stelldichein nach den Hauptnachrichten um zwanzig Uhr. Mehr als acht Millionen Zuschauer schalten ein, da muß einfach alles stimmen. Also: Wieso kam der Vorspann zu spät? Was war mit dem Korrespondenten los? Warum stand die Graphik nur so kurz?

Ulrich Deppendorf ist sauer, wenn die Konkurrenz bessere, intensivere Bilder hat, wenn die Außenstudios bei unvorhergesehenen Ereignissen nicht schnell genug reagieren, wenn dem ZDF eine anschaulichere Graphik zu den Arbeitslosenzahlen eingefallen ist.