Die kräftigen Schwankungen des Deutschen Aktienindex (Dax) zeigen, wie dünn die Luft am Aktienmarkt inzwischen geworden ist. Als der Dax zu Beginn dieser Woche erstmals in seiner Geschichte die Marke von 3000 Punkten übersprang, setzten sofort massiv Gewinnmitnahmen ein. Davon blieben auch die exportstarken Titel - etwa die Autowerte - nicht verschont. Sie hatten bisher in erster Linie von dem deutlichen Anstieg des Dollar gegenüber der Mark profitiert.

Zeitweise kostete der Greenback 1,63 Mark, obwohl europäische Notenbanken zum ersten Mal zugunsten der deutschen Währung intervenierten.

Devisenhändler sprachen von einer Zeitenwende.

Gestützt wurden die Aktienkurse auch durch das niedrige Zinsniveau.

Zahlreiche Emittenten nutzten den extrem niedrigen Zins zur Auflage von Milliardenanleihen. Von der Hoffnung auf eine Herabsetzung des Zinssatzes für Pensionsgeschäfte profitierten die Bankaktien.

Sie wurden gegen Chemieaktien getauscht, die 1996 überdurchschnittlich gestiegen waren. Der Kursverfall der Telekom-Aktien wurde gestoppt, nachdem das Unternehmen günstige Zahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt hatte.