Immer häufiger erhält der nimmersatte Fiskus statt des seelenlos errechneten nurmehr das erfühlte Steueraufkommen (P. Graf, E.

Zwick et cetera), das der Wirklichkeit zwar manchmal etwas hinterherhinken mag, dafür aber von Herzen kommt. Und gern gegeben ist bekanntlich doppelt gegeben.

Und letztlich kann sich auch der inhumanste Bereich des öffentlichen Lebens, die Politik, dieser veränderten Fühlweise nicht verschließen.

Die allgemeine Verdrossenheit noch zu schüren, sollte endlich auch der Fühlwert regierter Amtsjahre bilanziert werden. Daß uns nämlich ein Rekordregent wie Dr. Helmut Kohl nicht nur 14 errechnete, sondern eben auch nicht minder rekordverdächtige 98 Jahre gefühlte Amtszeit beschert hat, dürfte kalkulatorisch klar sein - ein Kanzlerjahr zählt bekanntlich sieben Menschenjahre. Und das ist nun aber wirklich das höchste der Gefühle.