Das Auge ist nicht nur Spiegel der Seele, es bietet auch einen direkten Einblick in den Körper: das feine System von Blutkapillaren liegt an dieser Stelle offen. Daher kann der Arzt bei einer Augenspiegelung wie durch ein Fenster in das Gefäßsystem des Patienten hineinschauen und seinen Zustand beurteilen. Der diagnostische Blick wird bisher vor allem zur Kontrolle bei der Behandlung von Bluthochdruck genutzt.

Jetzt haben Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen ein neues Aufnahmeverfahren entwickelt, das schon mikroskopische Veränderungen der Adern zeigt. Ein Laserstrahl, geführt durch rotierende Prismen und vibrierende Spiegel, tastet die Retina ab, und der Arzt kann am Bildschirm beobachten, wie das Blut durch kleinste Kapillaren strömt. Die neue Technik erlaubt erstmals, Veränderungen der Adern ohne anatomischen Eingriff zu erkennen oder die Wirkung eines Medikaments direkt zu verfolgen.