Was haben die Bundesanstalt für Arbeit und die deutschen Börsen gemein? Beide melden beinahe regelmäßig Rekorde: jene über die Zahl der Arbeitslosen, diese über die Aktienkurse. Dahinter steckt natürlich kein Zufall. Die Börsianer interessieren sich brennend für die Entwicklung am Arbeitsmarkt und honorieren den Stellenabbau der Unternehmen, weil sie sich davon steigende Gewinne versprechen.

Daß der betriebswirtschaftliche Nutzen einen hohen volkswirtschaftlichen Preis in Form sinkender Beschäftigung hat, braucht die Anleger nicht zu jucken, zumal die zunächst geplante Besteuerung von Aktienkursgewinnen inzwischen wohl vom Bonner Kabinettstisch ist.

Wie wär's mit folgendem Vorschlag: Wegen des engen Zusammenhangs zwischen Arbeitslosigkeit und Börsenentwicklung sollte die Bundesanstalt für Arbeit einen Teil der Unterstützung in Form von Kaufoptionen auf den Deutschen Aktienindex Dax auszahlen, der gerade die Rekordmarke von 3000 übersprang. Wenn Kapitalismus pur, dann richtig.