Langsam dämmert's auch dem Bonner Verkehrsminister: Die technisch revolutionäre Magnetschwebebahn Transrapid steht wirtschaftlich auf wackligen Beinen und könnte sich für die überstrapazierte Haushaltskasse zu einem Milliardengrab entwickeln. Die bisherigen Kalkulationen stimmen nämlich vorne und hinten nicht. Um das Prestigeobjekt auf der politischen Schiene anzuschieben, haben die beteiligten Unternehmen seit 1992 viel zu positive Prognosen aufgestellt und damit den Transrapid schöngerechnet.

Die neue Wirtschaftlichkeitsrechnung, auf die der früher so blind überzeugte Minister nun wartet, soll spätestens im April vorliegen.

Fest steht bereits, daß viel weniger Fahrgäste auf der zwischen Hamburg und Berlin geplanten Transrapid-Strecke reisen werden als früher einmal angenommen - nämlich nur 11,4 bis maximal 13,7 Millionen jährlich statt 15 Millionen. Unabhängige Verkehrsexperten bezeichnen auch die reduzierte Prognose noch als zu hoch. Umgekehrt versuchen die Baukonzerne gerade, dem Minister mehr Geld für den Fahrweg unterzujubeln. Doch der hat nun die Lust am teuren Spielzeug verloren - spät, aber nicht zu spät.