Berühmt wurde der Franzose René Lalique als Juwelier des Art déco. Weniger bekannt ist, daß er seinen zweiten Lebensabschnitt, den er Glasarbeiten widmete, mit dem Entwurf von Parfumflacons begann. Bis zur Jahrhundertwende wurden Duftessenzen zumeist in schlichten Apothekerfläschchen aufbewahrt.Die Gestaltung des Gefäßes als Kunstwerk ist eine Erfindung von René Lalique. 1909 entwarf der Künstler sein erstes Flacon für François Coty.Später arbeitete er für fast alle namhaften Pariser Parfumhersteller und lieferte auch nach Amerika.Seine Motive fand Lalique zum großen Teil in der Natur.Oft sind die Flacons in Pflanzenform gestaltet oder besitzen Blumenund Blätterreliefs.Große Bedeut ung verlieh er dem Verschluß, dessen opulente Gestaltung und Formgebung den Inhalt des Flacons widerspiegeln sollte.Ganze Blumensträuße und Beerentrauben zieren die Stöpsel, aber auch Wespen, Schmetterlinge oder eine Venusfigur. Zweihundertfünfzig Entwürfe sind bis zum 2.März in der Ausstellung "René Lalique, Flacons 1910-1935" im Münchner Modemuseum zu sehen (Sankt-Jacobs-Platz 1, 80331 München, Tel. 089/ 233 73 70).Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Mittwoch 10 bis 20.30 Uhr.Vom 26.März bis 27.Mai gastiert die Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.