Was dem "Phantom der Oper" recht ist, soll dem Phantom-Festspielhaus in Baden-Baden teuer genug sein: Dessen Zuschauerraum wird, nachdem ein ortsansässiger Unternehmer sich bereit erklärt hat, den Kaufpreis von 360 000 Mark zu übernehmen, ein "mit 10 000 handgeschliffenen Kristallgläsern bestückter und 2,5 Tonnen schwerer Kronleuchter mit einem Durchmesser von 5,20 Metern zieren". Weitere Detail-Neuigkeiten über das am 18. April 1998 zu eröffnende, zwar überflüssigste, aber dann doch wenigstens dank der "bis zu 2500 Zuschauerplätze" als "eines der größten Häuser in Europa" neugierig machende Kultur-Kurhaus, in dem "vom Frühjahr 1998 an" die aus dem Salzburg Herbert von Karajans herausoperierten Pfingstfestspiele stattfinden: "In dem 200-Betten-Haus werden eine Spielcasino-Filiale, ein Fitneßbereich, 350 Tiefgaragenplätze und 45 Appartements untergebracht." Bestätigt hingegen wurde weder das Gerücht, daß der Kronleuchter auch in musikdramatisch adäquaten Momenten von der Decke fällt, noch der Plan, das Kölner Opernhaus in ein Parkhochhaus für zweimal 350 Plätze umzuwandeln.