Vor einigen Tagen verkündete das griechische Kultusministerium, man sei mitten in Athen auf die "Schule des Aristoteles" gestoßen.

Zwar stammt das ausgegrabene Gemäuer größtenteils aus der römischen Antike, und es fehlen direkte Hinweise, daß die entdeckten Fundamente wirklich Überreste des um 335 von Aristoteles gegründeten ersten "Lyceums" sind. Doch schon werden etwaige Zweifler von einer zweiten Sensation zum Verstummen gebracht: In einer Höhle auf der Insel Salamis, nahe Athen, wurden Hinterlassenschaften des Dichters Euripides gefunden, der von 485 bis 406 v. Chr. lebte. Eine schon jetzt als "Becher des Euripides" bezeichnete Scherbe, die die ersten sechs Buchstaben des illustren Namens trägt, erhoben die Finder in den Rang eines Hauptbeweises: Der Splitter belege, daß sich der menschenscheue Dichter in die Höhle zurückgezogen habe, um hier mit "Iphigenie", "Elektra" und den "Bakchen" einige Grundsteine der Weltliteratur zu legen.

Ist bei so viel archäologischer Fingerfertigkeit bald mit noch mehr Greifbarem aus der Klassik zu rechnen? Wann wird etwa Platons Höhle gefunden? Könnte nicht auch Diogenes' Tonne unter einer dünnen Schicht korinthischer Erde ihrer baldigen Entdeckung harren?

Wo bleibt Atlantis? Sapphos Unterwäsche? Der archimedische Punkt?

Im Griechen-Disney jedenfalls ist die Jagd nach dem Goldenen Vlies eröffnet.