Am 22. August 1962 feuerte ein Dutzend Männer aus Maschinengewehren mehr als hundert Kugeln auf die Wagenkolonne von Präsident Charles de Gaulle und seiner Frau. Ein Bewacher starb, die Limousine des Generals wurde durchsiebt, die Scheiben zersplittert, das Ehepaar jedoch blieb unverletzt. Die Attentäter, militante Gegner der algerischen Unabhängigkeit, wurden sofort gefaßt, ihr Anführer hingerichtet. Fast fünfunddreißig Jahre später hat ein Historiker aufgeklärt, woran der Mordversuch damals scheiterte: Route und Uhrzeit der Fahrt hatten die Verbrecher erkundet - aber de Gaulles Frau Yvonne verzögerte die Abfahrt. Sie hatte in einer Kühltruhe zwei gefrorene Hühner vergessen, die sie daheim in Colombey-les-Deux-Eglises zuzubereiten gedachte. Als die Wagen endlich am Killerkommando vorbeifuhren, dämmerte es schon, die Kugeln verfehlten ihr eigentliches Ziel. Schüsse und Scherben ließen indes die resolute Dame ungerührt - nur den Kofferraum inspizierte sie sofort: "Hoffentlich ist den Hühnern nichts zugestoßen."