Alan Clark ist wieder da. Als Staatssekretär im Verteidigungsministerium der Regierung Thatcher verleitete er die Frau eines Richters zum Ehebruch, nur um anschließend ihre beiden Töchter zu verführen.

Er hielt im Zustand der Trunkenheit Reden im House of Commons, prahlte mit seinem Fünfzigzimmerschloß und half, britische Waffenlieferungen an den Irak zu vertuschen. Zu allem Überfluß veröffentlichte er auch noch seine Tagebücher, in denen er zur stillen Freude vieler Leser hemmungslos über seine damaligen Kabinettskollegen herzog: "ein Emporkömmling, der seine Möbel selber kaufen mußte" (Verteidigungsminister Michael Heseltine) "privat ein wunderbarer Mensch, aber bei öffentlichen Anlässen spricht er, als ob er einen Maiskolben im Hintern hätte" (Außenminister Douglas Hurd). Vergangene Woche haben die Tories, nach eigenem Bekenntnis Hüter der family values, ihn in einem ihrer sichersten Wahlkreise aufgestellt. Der Kandidat Clark versprach, sich in Zukunft "mit Würde und Anstand" zu verhalten. Das sei, versicherte der Evening Standard, "Gott sei Dank sehr unwahrscheinlich".