Die meisten amerikanischen Urlauber erreichen Alaska mit einem Kreuzfahrtschiff. Sie erleben "The Last Frontier", wie der Spitzname des 49. US-Bundesstaats lautet, aus sicherer Entfernung, unternehmen einen Bootsausflug zu den Gletschern an der Glacier Bay, machen einen Landgang in der Hauptstadt Juneau und fahren wieder davon.

Michael Rudert, Autor des neuen Bandes Alaska in der Reihe "Reiseführer Natur" des BLV-Verlages (München 1996, 160 Seiten, 39,90 DM), empfiehlt Alaskareisenden dagegen, sich viel Zeit zu nehmen und die Wildnis zu genießen. Mit seinem Taschenbuch gibt der Biologe Besuchern dieser einsamen Region einen Reisebegleiter an die Hand, wie er praktischer nicht sein könnte.

Von den 184 Photos dienen viele dazu, Flora und Fauna Alaskas zu identifizieren. Lobenswert ist auch das alphabetische Tier- und Pflanzennamenregister, in dem sowohl die deutschen und englischen Namen als auch die Wissenschaftsnamen verzeichnet sind. Schnell erhält der Leser einen Überblick über die klimatisch sehr unterschiedlichen Großräume Alaskas: den Regenwald an der Südküste, den borealen Wald im Landesinneren, wo es im Sommer sehr warm werden kann, und die arktische Tundra im Norden. Das Buch ist mit der Vorstellung von vierzehn Haupt- und siebzehn Nebenreisezielen stimmig aufgebaut.

Präzise Karten erleichtern Orientierung und Reiseplanung. Aus seiner langjährigen Alaskaerfahrung weiß der Autor, wo man am besten Wale, Bären, Wölfe, Büffel, Weißkopfseeadler oder Lachswanderungen beobachten kann. Praktische Informationen über Quartiere, Transport, Wanderwege sowie Hinweise zum Umgang mit dem extremen Klima und anderen Widrigkeiten in der Wildnis Alaskas runden den überzeugenden Reiseführer ab.