Im neuen Kleid, nämlich als Hard cover, zeigt sich seit dem Frühjahr 1996 die Reihe "Gebrauchsanweisung für . . ." des Piper Verlages, München. Die Serie will nicht Reiseführer im klassischen Sinn sein, weshalb man Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und Empfehlungen für Reiserouten vergeblich suchen wird. Vielmehr geben die zumeist amüsant und unterhaltsam geschriebenen Bücher Auskunft über Land und Leute, deren Besonderheiten und Eigenarten.

Alltagserfahrungen der Autoren, etwa mit Handwerkern oder mit dem Postwesen, bieten gewissermaßen Einblick in die psychische Struktur eines Landes. Überlegungen zu Geschichte und Politik fließen ebenso mit ein wie Erläuterungen von allgemein üblichen Benimm- und Anstandsregeln.

"Fühlen Sie sich aber nicht persönlich beleidigt", rät deshalb der in den Vereinigten Staaten lebende Paul Watzlawick in seiner "Gebrauchsanweisung für Amerika" (159 Seiten, 28,- DM), "wenn jemand in Ihrer Gegenwart seelenruhig eine Nagelschere aus der Tasche holt und sich laut knipsend die Nägel zu bearbeiten beginnt.

Es handelt sich hierbei um eine in weiten Kreisen gesellschaftlich akzeptierte Beschäftigung."

Mit fünf neuen Titeln, die die Länder Israel und Irland, Griechenland und Deutschland und den Big Apple New York vorstellen, bietet die Reihe ein beachtliches Spektrum. Einige bereits früher erschienene Bände wurden überarbeitet, wie etwa die über Japan, Schottland und die Schweiz. Weitere Neubearbeitungen sind für das Frühjahr 1997 geplant.

Weil der Verlag seine Reihe mehr der Belletristik denn der Reiseliteratur zurechnet, hat er für zukünftige Projekte in der literarischen Szene nach Autoren Ausschau gehalten. So konnte das Krimi-Gespann Fruttero und Lucentini für eine "Gebrauchsanweisung für Italien" gewonnen werden und der Kafka-Kenner und Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland Jiri Grusa für einen Band über seine Heimat Tschechien.