Auf dem Markt der Charterflieger bahnt sich Konkurrenz an. Auch englische Gesellschaften wollen deutsche Urlauber an den Strand bringen.

Die Ferienfluggesellschaft Condor, Deutschlands größter Urlaubsflieger, bekommt eine preiswerte Tochterfirma mit Sitz in den neuen Bundesländern, die zu wesentlich niedrigeren Kosten arbeitet. Die Flotte, die Mitte 1998 abheben wird, ist bereits bestellt - sechs Airbus A 320.

"Die Gehaltstarife werden sich ändern, wir können das Lufthansa-Lohnniveau nicht halten", so Condor-Sprecherin Hannelore Zapf. Sie betont aber: "Ausbildungs- und Sicherheitsstandard bleiben auf Condor- Niveau."

Ursprünglich war man davon ausgegangen, daß der Markt künftig kleinere Flugzeuge nicht mehr bräuchte. Der Vertrag mit Germania, die für Condor vier Boeings 737 betreibt, endet deshalb 1998.

Jetzt zeigt sich aber, daß zunehmend direkte Ferienflüge von Provinzflughäfen wie Paderborn, Lübeck oder Rostock etwa ans Mittelmeer gefragt sind. Für die jedoch werden weiterhin kleinere Jets gebraucht.

Zur Zeit tummeln sich in diesem Segment vor allem Aero Lloyd, Deutsche BA, Eurowings und Air Berlin. Die Condor kann da von ihren Kosten her nicht mithalten.

Eine weitere Bedrohung für deutsche Hochpreis-Ferienflieger kommt aus England: Die fünf großen Chartergesellschaften dort verfügen zusammen über fast so viele Sitzplätze wie alle deutschen Anbieter zusammen. Die Engländer können viel billiger fliegen als ihre deutschen Kollegen. Sie haben wesentlich geringere Personalkosten, sparen häufig am Service und quetschen mehr Sitze in ihre Flugzeuge.