Das Photogeschäft von Alicja und Mariusz Karpinscy gibt sogar eine deutschsprachig bedruckte Plastikkarte an seine Stammkunden heraus, "obwohl es sehr wenige sind." Mit den Billigangeboten der Basare kann und will der Fuji-Fachhändler nicht mithalten.

Trotzdem kostet eine Expreßkopie bei ihm zehn bis zwanzig Pfennig weniger als bei der deutschen Konkurrenz. Für Großaufträge gewährt er zusätzlichen Rabatt. "Wir bieten hohe Qualität, weil wir nur Originaltechnik und -materialien verwenden", erklärt der Geschäftsführer.

Auch die Post, die in einem Neubau residiert, wäre nicht abgeneigt, an dem Geschäft teilzuhaben. Das Preisgefälle bei den Portogebühren ist offensichtlich. Ein Brief von Slubice nach Deutschland kostet nur halb soviel, als würde er in Frankfurt aufgegeben. Doch die Beförderung ausländischer Firmenpost in Mengen verhindern internationale Abkommen.

Der Frankfurter Zahntechniker, der sich in einer modernen Dentalklinik an einer Prothese zu schaffen macht, hält sich lieber bedeckt.

"Der Chef ist nicht da. Ich kann nichts sagen." Er arbeitet beiden Seiten der Oder zu. Das Material sei auf beiden Seiten das gleiche, die Qualität ebenso. "Was die polnischen Kollegen, die hier die gleiche Arbeit machen wie die deutschen in Frankfurt, noch nicht gewußt haben, das haben wir ihnen beigebracht." Die Kunden der Klinik, auf deren Werbeschild auch die internationale Telephonnummer angegeben ist, kommen aus Frankfurt ebenso wie aus Berlin oder München.

Dagegen ist Schustermeister Miroslaw Kozak auf seine zehn Prozent deutscher Kunden angewiesen, die vor allem der Absätze wegen zu ihm kommen. Für die Reparatur zahlen sie sechs bis acht Mark.

"In Frankfurt, hat man mir gesagt, gibt es keine guten Schuster mehr", meint er verschmitzt.