Der Autor war zeit seines Lebens Auslandskorrespondent. Ein Mutiger der Zunft, bereit, von heute auf morgen an die Krisenorte dieser Welt zu reisen und aus gefahrvoller Nähe zu berichten, unter anderem über den Guerillakrieg im ehemaligen Rhodesien, über die Sezession von Biafra, die Greuel der Bürgerkriege im Kongo, dem heutigen Zaire, und in Angola, zuletzt als Bureau-Chef für Time. "Jetzt aber", schreibt er nun, "bin ich alt und müde, wohne in New York und schreibe Bücher." Seinen Roman "Der König des Kongo" hat er gerade noch vollenden können. Peter Forbath ist im Februar letzten Jahres in New York gestorben.

Das Buch erzählt von einer Vergangenheit, die 500 Jahre zurückliegt.

Portugal und Spanien liefern sich einen ehrgeizigen Wettstreit um die Entdeckung des Seewegs nach Indien. Im Auftrag des portugiesischen Königs ist der Generalkapitän Diego Cao im Jahr 1482 mit seiner Karavelle weiter in den südlichen Atlantik vorgestoßen als alle europäischen Entdeckungsreisenden vor ihm, ohne den Seeweg nach Indien zu finden. Er gelangt - das Kap der Guten Hoffnung ist noch nicht entdeckt - bis an die Mündung eines großen Stroms, die ihn in den Flußlauf hineinzieht. Hier stößt er auf das Königreich der Kongo, benannt nach seinem animistisch-sakralen Herrscher, dem Manikongo (das Königreich zerfiel als Staatswesen im 18. Jahrhundert).

Der Roman entspricht im großen und ganzen der historischen Überlieferung.

Auch hat Forbarth für seine exotische Story penibel recherchiert, wobei ihm zugute kommt, daß er selbst den Kongofluß von den Kopfgewässern bis zur Mündung auf Raddampfern und Einbäumen hinuntergefahren ist. Zufällig erscheint sein Buch zu einer Zeit, da die Ereignisse in Zaire - Peter Forbath hat sie nicht mehr erlebt - die weltweite Aufmerksamkeit just auf diesen Landstrich lenken. "Der König des Kongo" zeigt, daß das vorkoloniale Afrika keineswegs geschichtslos gewesen ist. Peter Forbath ergänzt mit diesem Roman die erfolgreichen Erzählungen seines Landsmannes Robert Ruark, Journalist wie er, der sich drei Jahrzehnte zuvor auf die koloniale Epoche und die afrikanischen Befreiungskriege konzentrierte, auf ähnliche, ansprechende Weise.

Peter Forbath:

Der König des Kongo