Unter den Weltmeeren könnten sich in bisher ungeahntem Ausmaß Vorkommen des Gases Methan verbergen (Nature, Bd. 385, S. 426).

Mit dieser Vermutung kehrten amerikanische Geologen jetzt von Tiefseebohrungen vor der Südostküste der Vereinigten Staaten zurück.

Im Meeresboden fanden sie Methan, das zusammen mit Wasser feste Materie gebildet hatte. Diese sogenannten Gashydrate entstehen bei niedrigen Temperaturen und hohem Druck. Allein auf dem Kontinentalschelf südöstlich der USA vermuten die Geologen 35 Gigatonnen Kohlenstoff, gebunden in Methan. Diese Menge würde den Erdgasverbrauch der Vereinigten Staaten über das Jahr 2100 decken. Schätzungen zufolge könnten in aller Welt mehr als 10 000 Gigatonnen Kohlenstoff als Gashydrat vorkommen - zwanzigmal mehr, als die Kohlenstoffmasse in der gesamten Biosphäre ausmacht. Ein Abbau der schier unermeßlichen Reserven wäre jedoch kompliziert die Hydrate zerfallen bei höheren Temperaturen. Das Problem beschäftigt auch Klimaforscher: Weil Methan als Treibhausgas wirkt, dürfte ein Ausströmen der Gasvorräte die Erwärmung der Atmosphäre beschleunigen. Möglicherweise seien auch die Wärmeperioden in der Vergangenheit durch entwichenes Erdgas verstärkt worden, vermuten die Wissenschaftler.