Der Autor, keine Frage, hat zu viele Krimis gelesen. "Du sollst diesen Dreck nicht lesen", sagt Eddie zu Theo, dem Kneipenwirt, "irgendwas bleibt immer hängen." Der Wirt hat Zeit für seine Lektüre, denn Eddie ist sein einziger Gast. Ansonsten kann er Gäste nicht leiden.

Immerhin fängt es an wie ein richtiger Krimi. Die Schreibmaschine tippt den letzten Satz, das Manuskript wandert in den Briefkasten, ein Fabrikschlot stößt Schmutz aus, eine Kreuzung liegt leer unterm bleischweren Himmel. Dann schminkt sich eine Frau vorm Spiegel, ein Mann zückt seinen Revolver und schießt auf die Frau.

Aber wir sind nicht bei Philip Marlowe oder Sam Spade, sondern in Hamburg-Wilhelmsburg, bei Eddie daheim. Einer wie Eddie trägt keinen Trenchcoat, sondern eine Lederjacke mit zu kurzen Ärmeln.

Das reicht nicht für einen Krimi-Helden, nicht mal für einen deutschen.

Folglich wird Eddie von seiner Frau vertrieben und flüchtet zu Mama, die erst recht mit ihm schimpft. Waffen sind fortan noch häufig im Spiel, aber keine Kugel trifft ihr Ziel. Die Schützen trudeln wie Querschläger von Tatort zu Tatort, und im Sarg liegt immer die falsche Leiche. Nur Mama irrt sich nie.

Die Typen in diesem Film hat man alle schon mal irgendwo gesehen, aber man hat sie nicht beachtet, und womöglich war das ein Fehler.

Die alleinstehende Supermarktkassiererin zum Beispiel, die den Knutschfleck unter einem Halstuch versteckt. Oder die Hausfrau, die ihre geblümte Schürze über der Strickjacke trägt. Oder den zittrigen Greis auf der Bank am Kanal, der auf den Tod wartet.