Die Geschichte stand in der Zeitung: Ein Mann in Ostdeutschland kauft sich einen BMW, verliert Arbeit und Frau, will nicht mehr leben, leitet die Abgase seines Wagens in die Fahrerkabine und erwacht am nächsten Morgen mit einer Schwefelvergiftung. Der BMW war mit einem Drei-Wege-Katalysator ausgestattet. Wie mag der Mann sich an diesem Morgen gefühlt haben? Das fragte sich eine Tragikomödie über Depression und Goldgräberstimmung mit schönen schwarzweißen Bildern und einer kräftigen Portion Galgenhumor.

Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht unbedingt ernst. Jan Ralske war nicht der einzige auf dem Saarbrücker Max-Ophüls-Filmfest.

Pünktlich zum 18. Jahrgang des Nachwuchsfestivals sind die Jungfilmer erwachsen geworden - und politisch dazu. Der Nabelschau ist die Neugier gewichen. Der ganz junge deutschsprachige Film ist endlich in der Gegenwart angekommen, irgendwo zwischen Katastrophe und Trotz: Nie waren in den Saarbrücker Kinos so viele Plattenbausiedlungen zu sehen. Die Jury, unter Vorsitz von Senta Berger, zog allerdings die existentialistische Variante vor und verlieh den Max-Ophüls-Preis an Zoran Solomuns "Müde Weggefährten": fünf Flüchtlingstragödien, deren fragmentarischer Charakter an einem fatalistischen Weltbild krankt. Deutschland, ein Endspiel - Bonjour tristesse.