In den vergangenen Tagen war auch an den deutschen Wertpapiermärkten die Wall Street wieder tonangebend. Die unsicheren Konjunkturaussichten in den Vereinigten Staaten, vor allem die Angst vor dort steigenden Zinsen, haben die Bereitschaft zu Neuengagements gedämpft. Als Folge davon bewegte sich der Deutsche Aktienindex (Dax) um die Marke von 3000 Punkten. Vom festen Dollar konnte er nicht mehr profitieren. Selbst die exportstarken Aktien litten immer wieder unter Gewinnmitnahmen. Besonders ausgeprägt waren sie im Bereich der Großchemie, deren Kurse in diesem Jahr kaum noch vorangekommen sind. Die Steuerreformprobleme der Bundesregierung bildeten in den Börsensälen allenfalls Gesprächsstoff, Auswirkungen auf die Tendenz hatten sie nicht. Gedrückt waren zeitweise lediglich die Kurse der Lebensversicherer, die einen Teil ihrer steuerlichen Privilegien verlieren sollen. Bankaktien haben in ihrer Aufwärtsbewegung seit Jahresbeginn einen Stopp eingelegt. Die Absicht der Commerzbank und der Deutschen Bank, die Dividende stabil zu halten, haben vor allem englische Broker zum Anlaß genommen, deutsche Bankaktien von ihren Empfehlungslisten zu nehmen.