In der guten alten Zeit, als der HErr sich noch gelegentlich auf dieser Erde blicken ließ, drang das Geschrei von der Sünde in den Städten Sodom und Gomorrha bis an den Himmel. Und der HErr kam hernieder, um nach dem Rechten zu sehen, und beschloß, die Doppelstadt also zu vertilgen mit Mann und Maus. Allein Abraham wagte es, sich dem gerechten Zorn des HErrn in den Weg zu stellen, indem er zu bedenken gab, daß dort in S. und G. nicht nur Sünder, sondern womöglich auch fünfzig Gerechte lebten.

"Woltestu", fragt Abraham bei Luther, "die vmbringen / vnd dem Ort nicht vergeben vmb funffzig Gerechter willen / die drinnen weren?"

Nein, so weit wolle er seinen heiligen Eifer nicht treiben, versetzt der zornmütige HErr, über fünfzig Gerechte lasse er mit sich reden.

Und Abraham verhandelt zäh weiter: Und was ist mit fünfundvierzig?

Vierzig? Dreißig? Zwanzig? Mit zehn Gerechten, "Man möchte vieleicht zehen drinnen finden"? Ja, Ja, Ja, herrgottnochmal, auch dann will sich der HErr nicht lumpen lassen: "Ich wil sie nicht verderben", die Stadt.

Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Sodom und Gomorrha, die sündige Stätte, ward begraben im Schwefelregen.

Mit der leibhaftigen Wiederkehr des HErrn ist derzeit nicht zu rechnen. Vielleicht entschloß sich deshalb die Redaktion der holländischen Kirchenzeitung Hervormd Den Haag zu einer säkularen Neuauflage jenes heiligen Experiments. Gar manches war den Oberen über das Treiben in diesem oder jenem Sprengel von Den Haag zu Ohren gekommen.