Indien gibt sich derzeit weltoffen, denn es ist heftig bemüht, international Anschluß zu finden. Schließlich gilt es, den großen Konkurrenten China einzuholen. Eine Offensive des Lächelns solle die alte Schikanierlust ersetzen, das Mürrische verscheuchen, ordneten die Politiker an. Sie haben die Rechnung ohne die Bürokratie gemacht, und der Amerikaner Steve Fossett, der vergangene Woche den Weltrekord im Ballonweitflug aufgestellt hat, bekam es zu spüren. Eigentlich hatte er noch bis nach Hause in die USA fliegen wollen, aber dann war ihm das Gas ausgegangen, und er mußte in der Nähe des indischen Benares zu Boden gehen, hungrig, ungewaschen und unendlich müde. Jetzt eine heiße Dusche und ein weiches Hotelbett, wird er sich gesagt haben. Doch nichts davon. Steve hatte versäumt, sich vor der unfreiwilligen Landung um ein indisches Visum zu bemühen. Also galt er als illegaler Einwanderer, wurde sofort nach Delhi transportiert und in der Transithalle des Flughafens eingeschlossen. Bis zum nächsten Flug nach Amerika sollte er sich dort auf klapprigen Plastikstühlen ausruhen. Ordnung muß eben sein.