Ein farbenprächtig gekleideter Bürodiener reicht dampfenden Tee.

Der Premierminister zündet sich eine lange, dünne Zigarette an.

Dann beginnt er zu reden, in der gewählten Sprache der Absolventen französischer Eliteschulen. Nichts scheint Ahmed Ouyahia aus der Ruhe zu bringen. Terror in Algerien? "Wir haben den Kampf gewonnen und die Mörder ausgeschaltet." Und die fast täglichen Attentate?

"Ein letztes Aufflackern, ein paar versprengte Grüppchen, die noch ihr Unwesen treiben." Die Angst der Menschen? "Sehen Sie selber: Die Kinder gehen zur Schule, Frauen kaufen ein, Männer fahren zur Arbeit. Die Lage ist praktisch normal."

Das war im November. Algeriens Premierminister hatte ausländische Journalisten zur Audienz geladen, um ihnen von der politischen Öffnung und der wirtschaftlichen Modernisierung seines Landes vorzuschwärmen. Zu überzeugen vermochte er schon damals nicht.

Inzwischen ist noch viel mehr Blut geflossen. Das Land erlebt einen mörderischen Fastenmonat Ramadan.

Die jüngste Serie von Attentaten begann in der Nacht zum 5. Januar, als in Benachour 16 Dorfbewohner umgebracht wurden. Seitdem forderte der Terror weit über hundert Menschenleben. Am Freitag voriger Woche zerfetzten Autobomben in Algier und Berrouaghia 28 Bürger.