"Im siebenten Jahr der deutschen Einheit ist das Russenbild hierzulande nicht mehr so freundlich, und manch gutgekleideter Russe - die russische Pelzmütze als Bekleidungsstück inbegriffen - läuft Gefahr, als Mitglied der ,Russenmafia` verdächtigt zu werden.

Bei der Verbreitung solcher Vorstellungen spielen die hiesigen Medien schon eine Rolle. Aus meiner Erfahrung als Korrespondent weiß ich, daß die zuständigen Kriminalbeamten in der Berliner Keithstraße diesen Begriff praktisch nie verwenden, weil er nicht stimmt."

Alexander Polozki,

Korrespondent der Agentur Nowosti, "Berliner Zeitung"

"In der Ausstellung hängt das Foto aus einer ostdeutschen Schule, in der Kinder mit ernsten Gesichtern vom Tode Stalins erfahren.

Was nutzt es da zu erzählen, daß unsere 5. Klasse in Berlin-Adlershof am 5. März 1953 schallend lachte, weil unser Lehrer über das Hinscheiden des weisen Führers hemmungslos heulte. Genaue Beobachtung korrigiert Gefühle, Lachen schafft historische Distanz. Und vielleicht wollen die deutschen Brüder und Schwestern ja doch mehr übereinander erfahren, als es eine quadratische weiße Mauer vor dem Bahnhof Hagen in Westfalen über die DDR mitteilt: 17. Juni 1953 Aufstand der Arbeiter in Ostberlin - 13. August 1961 Bau der Mauer - 9.

November 1989: Die Mauer fällt - Berlin 500 Kilometer."