Bärte, in Bier gebadet. Bärte, kuschelweich wie ein Schaffell und silbergrau wie von Gottvater. Bärte, so lang, daß ihre Besitzer, sollten sie von Paparazzi in der Hoteldusche gestellt werden, damit sogar ihre intimen Körperteile abdecken könnten.

Der Bart links auf der Bühne trägt Baß, der rechte Gitarre. Und nun ein Witz, der selbst schon wieder einen Bart hat: Der Mann am Schlagzeug heißt Frank Beard und trägt als einziger keinen solchen, sondern nur ein bißchen Oberlippengestrüpp.

So leicht kann das gehen im Medienzeitalter: Die Putzfrau hat den Rasierapparat geklaut, man war zu faul, einen neuen zu kaufen, und ein Jahr später ist ein Image fertig. Es geschah um die Wende von den siebziger zu den achtziger Jahren, und seither kleben die Bärte fest, trotzen Wind und Wetter, wechselnden Moden und unseriösen Angeboten von Rasierklingenherstellern.

Der Vorteil eines solchen Biobrustschutzes ist, daß nie der Verdacht aufkommen kann, hier solle Jugendlichkeit simuliert werden. Im Popgeschäft gelten andere Halbwertzeiten als im wirklichen Leben: Da sieht man schnell alt aus. Besser zu früh als zu spät!

Adoleszenz mischt sich ohnehin schlecht mit dem Klapperschlangen-Blues 'n' Boogie von ZZ Top, der unter der texanischen Wüstensonne gebacken wurde und konservativ-knarrend auf seinen drei Akkorden beharrt.

"Wenn du einen Vierten dazulernst, dann hast du den Blues schon verlassen", gibt Gitarrist Billy Gibbons als Tageslosung aus.

Und Bassist Dusty Hill, der den Staub im Namen führt, nicket stumm.