Das größte Skigebiet der USA in Colorado, bekannt unter dem Markennamen "Ski the Summit", hat sich mit "Les Trois Vallées", der in Frankreichs Alpen gelegenen Retorten-Skistation, zusammengetan. Ein kurzer Luftsprung über den Atlantik, und die Gäste aus Europa können in Höhen zwischen 2800 und 4000 Metern ihr amerikanisches Skiwunder erleben. Acht Monate lang herrscht hier, mit 3,6 Millionen Skifahrern pro Jahr, an 60 Lift- und Seilbahnanlagen sowie auf fast 400 Abfahrten ein reger, wenngleich vorbildlich organisierter Betrieb.

Ein perfektes Marketing sorgt dafür, daß die Angebote des Unternehmens ständig weltweit präsent sind. Ob der Interessent aus Deutschland, Spanien oder Frankreich anruft oder sich per Telefax meldet stets erhält er Auskunft in seiner eigenen Sprache und die Möglichkeit, den Urlaub auf der Stelle zu buchen. Und natürlich fehlt auch eine Internetadresse nicht.

Der Schneekonzern in den Rockies hat derzeit alles, wovon die Österreicher nur träumen können: ein klar profiliertes Angebot, schnelle Buchungsmöglichkeiten und vor allem - ein positives Image. Dennoch will sich das Alpenland derzeit mit einer neuen Werbekampagne für sieben Millionen Mark ein flottes Ansehen verschaffen, wobei es seinen Schnee als Spielwiese für die burlesken Kapriolen der Snowboardfahrer präsentiert. Der winterliche Trendsport der Jugend, in Österreich lange Zeit eher verfemt als gefördert, soll - zusammen mit dem spritzigen Saison-Neuling Carving-Ski - wieder Schwung ins betuliche Einerlei bringen.

Bisher allerdings konnten - in Österreich ebenso wie in den alpinen Nachbarländern - modische Sportneuheiten das generell abnehmende Interesse am Skisport nicht aufhalten. Die überzogenen Erwartungen der Sportgerätehersteller führten dazu, daß sie in jedem Winter auf Halden unverkaufter Skier sitzenblieben. Mit den Snowboards geht es ihnen nicht anders, obwohl die Zahl der Racer und Freestyler, die auf ihrem Brett durch Halfpipes und Funparcs fegen, ständig zunimmt.

Und daß das österreichische Magazin News Mitte Januar mit dem Titel "Volksmord Skisport" herauskam, dürfte die Touristiker auch nicht erfreut haben. Pro Skifahrer stünden oft nur neun Quadratmeter freie Piste zur Verfügung, hieß es. Kein Wunder, daß es da oft halsbrecherisch zugehe.

Doch wer Träume wecken will, beschwört andere Bilder herauf. In dem Werbefilm "The Mountains of Austria", der in den Vorprogrammen deutscher Kinos läuft, sieht man nur eine Handvoll Snowboarder durch die unendliche Weite weißen Schnees gleiten.

Eine Gesundschrumpfung des österreichischen Beherbergungsgewerbes sehen alle Prognostiker als unerläßlich an, denn Wunder sind nicht zu erwarten. Es war keineswegs tröstlich, was die Vertreter der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) als Ergebnis einer Studie zu hören bekamen, die das Münchner IPK-Institut im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt hatte. Darin hieß es, Österreichs Tourismus werde die Talsohle erst in zwei, drei Jahren erreichen.