Über 500 000 deutsche Pauschalurlauber beschwerten sich im letzten Jahr bei den Reiseveranstaltern und verlangten ihr Geld zurück.

Häufig vergebens - Reisenden fehlt es am juristischen Know-how, denn Reklamieren bei Pauschalreisen will gelernt sein.

Die rechtlichen Voraussetzungen für Reklamationen bei Pauschalreisen wurden vom Gesetzgeber 1979 ins Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen.

Danach ist ein (etwaiger) Mangel am Urlaubsort dem Reiseleiter oder einem anderen Beauftragten des Reiseveranstalters unverzüglich zu melden, außerdem muß ihm eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt werden. Beschwerden beim Hotel- und Flugpersonal haben vor Gericht keinen Bestand.

Kann keine Abhilfe geschaffen werden, ist es ratsam, eine detaillierte Mängelliste anzufertigen und sie vom Reiseleiter bestätigen zu lassen. Verweigert dieser die Anerkennung oder unterschreibt er die Liste mit dem Zusatz "zur Kenntnis genommen", heißt es, durch Videos, Photos und Zeugenaussagen Beweise zu sichern. Die vorzeitige Abreise oder der Umzug in ein anderes Hotel ist nur bei erheblichen Mängeln gerechtfertigt, so wenn man anstatt in einem Strandhotel in einem Stadthotel einquartiert wird oder der Golfurlaub nicht stattfinden kann, weil ein Platz nicht vorhanden oder unbespielbar ist.

Im Falle gravierender Mängel kann neben der Erstattung des Reisepreises auch Schadensersatz für die verlorene Zeit und die entgangene Urlaubsfreude verlangt werden, sofern der Reiseveranstalter die Beeinträchtigung schuldhaft verursacht hat. Dabei hat das Reiseunternehmen im Streitfall zu beweisen, daß es fehlerfrei gearbeitet hat. Als Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit hat beispielsweise das Landgericht Hannover einen Betrag von mindestens fünfzig Mark pro Tag festgesetzt.

Nach Ende der Reise müssen Ansprüche innerhalb eines Monats beim Reiseveranstalter schriftlich geltend gemacht werden, am besten per Einschreiben mit Rückschein. Der Brief muß außer dem beanstandeten Mangel die genaue Forderung enthalten, also beispielsweise eine Minderung des Reisepreises um fünfzehn Prozent in Höhe von zweihundert Mark. Verweigert der Reiseveranstalter die Zahlung, ist eine Klage spätestens sechs Monate nach der Rückkehr bei Gericht einzureichen.