Mit Gerhard Briesen (Name geändert) beschäftigte sich Adolf Hitler höchstpersönlich. Im März 1941 sah er sich die Photographien des jungen Soldaten an und las seine Militärakte. Nach sorgfältiger Prüfung beschloß Hitler, daß Briesen es wert sei, "arisiert" zu werden - sein Großvater war Jude. Briesen war blond, blauäugig und hochgewachsen, und über seine jüdische Vergangenheit wußte er kaum etwas. Hitler behielt sich allerdings das Recht vor, nach dem Krieg erneut zu prüfen, ob Briesen wirklich geeignet sei, als Deutscher zu gelten.

Mit Hitlers Segen kommandierte Briesen eine Panzereinheit, kämpfte in Polen, Frankreich, Afrika, Rumänien und Rußland und wurde mit dem Eisernen Kreuz erster und zweiter Klasse sowie dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Er stieg zum Leutnant auf und war stolz auf seine militärische Laufbahn: "Die Deutschblütigkeitserklärung, die Hitler mir verliehen hatte, machte mich wieder zu einem normalen Menschen. Ich war gleichberechtigt. Deshalb habe ich überlebt.

Gott weiß, was mit mir geschehen wäre, wenn ich dieses Stück Papier nicht bekommen hätte."

1942 bewarb sich auch sein Bruder Otto Briesen um die "Deutschblütigkeitserklärung".

Er war kleiner als sein älterer Bruder und hatte dunkles Haar.

Von den vorgesetzten Offizieren bekam er gute Beurteilungen, doch er war nicht lange genug dabei, um wie sein Bruder mit Orden dekoriert zu werden. Hitler prüfte auch seinen Antrag und lehnte ihn ab.

Die "Arisierung" komme nicht in Frage, weil er "zu jüdisch" aussehe.