Es gibt eine schlaue und eine dumme Art, über "Lost Highway" zu reden. Wer schlau ist, fängt gleich frischweg damit an, mit Begriffen wie "Dekonstruktion" und "Postmoderne", "phallische Grammatik" und "narrative Umkehrung" um sich zu werfen. Wer sich dagegen im Kino lieber bewegen als bequatschen läßt, versucht erst einmal, die Handlung des Films zu begreifen.

Erster Versuch.

Ein Mann ermordet seine Frau und wird dafür zum Tode verurteilt; in der Gefängniszelle verwandelt er sich in einen anderen, jüngeren Mann, der ebenfalls einen Mord begeht, ehe er sich in den ersten, älteren Mann zurückverwandelt, welcher nun mit Hilfe eines Geistes einen dritten, noch älteren Mann ermordet, dessen Ende schon am Anfang der Geschichte verkündet wurde: "Dick Laurent ist tot."