Der Präsident ist todmüd. Der Präsident ist hellwach. Der Präsident der "Palestinian Authority" (PA) kauert zusammengesunken im Sessel.

Der Präsident des Goethe-Instituts (GI) reckt sich in seinem Stuhl.

Im olivgrünen Kampfanzug und der schwarzweißen Kafiya, dem Kopftuch der Beduinen, der eine der andere im dunklen Anzug des Kultur- Diplomaten mit Silbermähne. Der eine hat noch den Nachtflug von Indien nach der Konferenz der blockfreien Staaten in den Knochen - und im Kopf die Bilder von den Toten in Hebron, die er "Märtyrer" nennt. Der andere darf sich schon dem Morgen zuwenden, der Zukunft eines neuen Goethe-Instituts im noch nicht existierenden Staat Palästina.

Ein erschöpfter, manchmal wie abwesend lächelnder Jassir Arafat und ein aufmerksam lauschender Unterhändler aus dem Westen, heute dargestellt von Hilmar Hoffmann - kennen wir solche Bilder nicht aus dem Fernsehen? Schon geht die Tür auf und - begleitet von bewaffneten Leibwächtern - stürzen Fernseh-Leute und Photographen herein und auf die Knie vor beiden Präsidenten, der besseren Optik wegen. Fernsehen live.

Während die beiden freundlich Gedankenaustausch mimen, haben wir Muße, uns umzuschauen. Ein weißer, nüchterner Raum in einer Villa in Gaza-Stadt, direkt am Meer. Hinter dem Präsidenten ein breites Farb-Photo von Jerusalem. Auf dem breiten, niederen Tisch vor den Verhandlungsführern ein Blumengesteck. Links, hoch an der Wand, eine kleine Glasvitrine mit Staatsgeschenken, Sammelstücken oder Urlaubs-Mitbringseln - aber kennt Arafat überhaupt Ferien?

Seltsam die blumenbunt gemusterten Papp-Schachteln mit Kleenextüchern vor jedem Platz, wie man sie aus Badezimmern im Hotel kennt.

Doch sind wir nicht in einer mehr als nur klimatisch heißen Zone, wo man sich auch mal (Angst-)Schweiß von der Stirn tupfen muß?