Den Ben-Witter-Preis (25 000 Mark) erhält in diesem Jahr Hermann Unterstöger. Der Bayer ist nach Gabriele Goettle und Linus Reichlin der dritte Preisträger der nach dem Hamburger Schriftsteller und Journalisten der ZEIT, Ben Witter (1920 bis 1993), benannten Ehrung.

Unterstöger arbeitet in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung und ist bekannt geworden durch seine Artikel für zwei legendäre Institutionen nicht nur der SZ, sondern des Journalismus in Deutschland: seine (ungezeichneten) hintersinnigen Beiträge für die "Streiflicht" genannte Leitglosse der SZ seine Reportagen für die zu Recht berühmte "Seite drei" der SZ. In seinen Aufsätzen hat er, mit einer analytischen Genauigkeit, die überraschende, witzige Formulierungen nie scheut, stets den Blick auf die am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen. Neben dem verletzlichen Ohr für falsches Deutsch und die Zumutungen der vom Kauderwelsch der Werbung verdorbenen Alltagssprache, die Unterstöger in giftigen Glossen bloßstellt, verbindet ihn diese Bereitschaft, in Ecken und Winkel der Menschen-Familie zu schauen, mit dem Stifter des Preises. Hermann Unterstöger erhält den Preis in einer öffentlichen Veranstaltung am 26. September im Literaturhaus Hamburg.