Rupert Scholz verlangt eine neue Null-Lösung. Gemeinsam mit einigen Hinterbänklern der Union hat der CDU-Mann und Verfassungsrechtler vorgeschlagen: Erlaubt doch den Fernseh-Zuschauern, ihrem Gerät eine Blackbox zu implantieren, die alle öffentlich-rechtlichen Sender ausblendet - und das Volk vom Gebührenzwang befreit.

Und den Juristen vom Grundgesetz? Immerhin: Verfassungsrechtliche Voraussetzung für den Privatfunk ist die durch Gebühren gesicherte Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Entweder hat Rupert Scholz, Blackbox nach Blackout, das vergessen. Oder es ist ihm einfach egal.

Den Zuschauern sollte es nicht egal sein. Denn das beharrliche Bohren und Sägen am dualen Rundfunksystem dient in Wahrheit nicht ihnen, sondern den überwiegend notleidenden kommerziellen TV-Anbietern mit ihrem dudelnden, quasselnden und trommelnden Sendungen. Die können nämlich - finanziell - nur gewinnen, wenn ARD, ZDF und Anhang verlieren. Also: Weg mit dem Gemeinwohl? Weg mit Kultur?

Weg mit Bildung? Das wäre dann wirklich die Null-Lösung.