Mit Intelligenz, Witz und scharfer Feder geißelt der New York Times-Kolumnist Thomas L. Friedman die Osterweiterung der Nato. Seine Kritik: Keine klaren Kriterien für die Mitgliedschaft, keine klare Strategie, kein klares Ziel für die neue Nato. Auch deshalb versuche so kurz vorm Gipfel in Madrid noch ein jeder, sein Lieblingsland ins Bündnis zu puschen, so als sei es ein Buchclub.

Auch Friedman hat einen Vorschlag: Chile. "Sie lachen? Hier sind zehn Gründe, warum Chile überhaupt der beste Kandidat ist." Zum Beispiel: "Chile ist lang, sehr lang, und die Nato hat noch keine langen Länder. Chile ist eines der wenigen Länder auf der Welt, das die Maastricht-Kriterien erfüllt. Es könnte die Brücke zwischen Nato und EU sein. Zwischen Chile und China liegt nur ein Ozean. Dies könnte der Nato eine ganz neue Front bescheren. Chile hat eine harte, oft grausame Armee. General Pinochet, erinnern Sie sich? Chile ist obendrein perfekt, weil es danach lechzt, unsere F-16 zu kaufen, und sie, anders als die Osteuropäer, auch bezahlen kann." Muß Mr. Friedman noch mehr sagen? Nein. Nur dies noch: "Primero Chile!"