Hin und wieder will auch das Alte Testament neu geschrieben sein. Auge um Auge, Zahn um Zahn? Das erscheint ergänzungsbedürftig, seit Mike Tyson - Iron Mike, wenn's recht ist - dieser Tage im Ringgeviert von Las Vegas das Schwergewicht seiner Kampfhandlungen gegen den Kollegen Evander Holyfield auf ganz andere Körperteile konzentrierte. Erst kam das linke Ohr, dann kam das rechte Ohr, und dann kam, oh, là, là, über den sogenannten Boxsport wieder einer seiner sogenannten Skandale.

Dem guten alten Max Schmeling wird, steht zu vermuten, angesichts dessen das Cola-Glas aus der Hand gefallen sein. Gleichwohl gilt es, die Dinge in der richtigen Relation zu sehen. Der liebe Mike hätte, zum Beispiel, den lieben Evander im Ring ja auch totschlagen können, dergleichen ist schon passiert, oft genug, und wäre mit den Regeln der World Boxing Association durchaus vereinbar gewesen. Den Kerl zum Fressen gern haben sollte er da nicht dürfen?

Da kommt man, aus der Halbdistanz, doch ins Grübeln.

Ein bißchen (ein bißchen!) hat Evander dem Mike ja auch schon verziehen.

Vermutlich also demnächst, für noch mehr Geld, dasselbe Theater. Dann aber mit angelegten Ohren.