Nun sollen die Übeltäter brummen. Nach langem Zögern hat der Bundestag kurz vor der Sommerpause ein Gesetz zur Korruptionsbekämpfung verabschiedet.

Vorausgesetzt, das Paragraphenwerk passiert auch noch den Bundesrat, müssen bestechliche Beamte künftig mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Auch das heimliche Absprechen von Preisen oder die Korruption zwischen Geschäftspartnern kann dann kräftig bestraft werden. Nötig ist das allemal, konstatierte doch erst jüngst das Bundeskriminalamt, daß Wirtschaftkriminalität zu den heimischen Wachstumsbranchen zähle. Allein acht Milliarden Mark an Schäden seien so im vergangenen Jahr entstanden.

So weit, so gut. Leider bleiben einige Wermutstropfen: Bestraft werden kann nämlich nur, wer auch gefangen wird, und genau das passiert zu selten.

Vielerorts fehlt es an qualifiziertem Ermittlungspersonal. Auch bei der Prävention mangelt es: So fehlt beispielsweise ein nationales Kataster, das schwarze Schafe zeitweise von öffentlichen Aufträgen ausschließen könnte.

Vorbilder, wie so etwas funktionieren könnte, gibt es bereits in einzelnen Bundesländern.

Noch etwas bleibt vorerst auf der Strecke: Weiterhin straffrei ist die Bestechung ausländischer Beamter, sie kann außerdem von der Steuer abgesetzt werden. Anstatt endlich damit Schluß zu machen, haben die Parlamentarier der Bundesregierung ein weiteres Jahr Zeit gegeben, um über diesen Skandal zu brüten. Es bleibt also weiterhin doppelzüngig, wenn deutsche Minister von der Dritten Welt die saubere Regierungsführung verlangen - und deren Bestechung belohnen.