Frauen in herausragenden wissenschaftlichen Positionen sind an deutschen Hochschulen noch immer rar. Zwar studieren mittlerweile fast ebenso viele Frauen wie Männer, doch gerade mal jede achte Professur ist beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mit einer Frau besetzt. Sogar in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, seit langem Bereiche mit Frauenüberhang bei den Studentinnen, herrscht in den Spitzenpositionen der Wissenschaft Frauenmangel. Nordrhein-Westfalen geht daher seit 1991 mit dem Lise-Meitner-Programm in die Offensive.

Um die wissenschaftliche Karriere promovierter Frauen zu fördern, vergibt die Jury jährlich rund 15 Habilitationsstipendien. 3500 Mark gehen jeden Monat an die Stipendiatinnen, hinzu kommen je nach Bedarf Zuschüsse für Kinderbetreuung, Reisen oder Sachmittel. Voraussetzungen sind Promotion, Forschungstätigkeiten und ein wissenschaftlich anspruchsvolles Habilitationsprojekt. Wer an der Vergaberunde für 1998 teilnehmen möchte, kann sich bis zum 31. August über den Fachbereich der jeweiligen Hochschule beim Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen bewerben.