Die Herzen der Brandenburger dürfen höher schlagen, endlich kommt der Fortschritt zu ihnen. In der Lausitz, wo der Braunkohlentagebau eine wahre Mondlandschaft hinterlassen hat, wird jetzt das Motodrom Lausitzring gebaut.

Kitzel, Kurven, Kraftmaschinen statt schauriger Schaufelbagger - einen besseren Abschied von der Vergangenheit gibt's nicht.

Und die Rentabilität? Das PS-Vergnügen soll die Staatskasse 240 Millionen Mark kosten. Doch Landesvater Manfred Stolpe geht davon aus, "daß sich dieses Projekt rechnet". Na ja, 60 feste Arbeitsplätze will das Prüfunternehmen Dekra mit einem Testzentrum schaffen. Aber dann entstehen ja auch noch Tribünen für 150 000 Zuschauer, 40 000 Parkplätze, ein paar Hotels, Freizeitmöglichkeiten aller Art, Würstchenbuden, mobile Klos und das ganze Drumherum. Unterm Strich macht das glatt 1500 solide Jobs. Sagt die Landesregierung in Potsdam.

Fehlt nur noch der Große Preis von Deutschland. Die Brandenburger werden schon wissen, wie sie den vom Hockenheimring holen. Oder doch lieber vom Nürburgring den Großen Preis von Luxemburg? Wenn's nicht klappt, tut's vielleicht der Manfred-Stolpe-Cup für Geldverschwendung.