ZEIT: Alle reden von der "Lehrstellenkatastrophe" - nur Sie wiegeln ab und nennen das Panikmache und unnötige Verunsicherungspolitik. Ist solche Abwiegelung nicht unverantwortlich gegenüber der Jugend?

Stihl: Im Gegenteil, wir wehren uns dagegen, daß die Bundesanstalt für Arbeit jedes Jahr eine derartige Verunsicherungskampagne startet ...

ZEIT: Aber besonders gut ist die Situation ja wirklich nicht, noch fehlen 200 000 Plätze.

Stihl: Die Aussagen der Bundesanstalt basieren auf unvollständigen Zahlen und auf Vermutungen, die bewußt ins Negative gerechnet werden. Die Tatsachen sehen anders aus.

ZEIT: Haben Sie denn bessere Nachrichten für die Schulabgänger?

Stihl: Ende Mai hatten unsere Mitglieder bereits 3,6 Prozent mehr Lehrverträge abgeschlossen als 1996. Wenn wir das jetzt einfach hochrechnen würden, wäre das genauso unseriös wie die Schätzungen der Arbeitsämter. Aber wir vom DIHT sind intensiv dabei, den Unternehmen nahezubringen, daß sie ihre eigene Zukunft aufs Spiel setzen, wenn sie ihre Ausbildungsbereitschaft verringern.

ZEIT: Die Firma Stihl hat im vergangenen Jahr 25 Prozent mehr Lehrlinge eingestellt und in diesem Jahr wollen Sie weitere zehn Prozent zulegen. Warum macht das Beispiel nicht Schule?