DIE ZEIT: Herr Minister, die Regierung taumelt von einer Krise zur nächsten. Haben Sie das Finalstadium erreicht?

Klaus Kinkel: Nein. Wir sind zweifellos in schwierigerem Fahrwasser. In den letzten zwei, drei Wochen haben wir aber wieder aufgeholt. Wir sind gewählt worden, um Politik für dieses Land zu machen, da kann man nicht einfach in einer schwierigen Situation die Brocken hinschmeißen.

ZEIT: Zumute wäre Ihnen aber danach?

Kinkel: Die Frage stellt sich anders: Was wäre die Alternative? Es gibt sie nicht.

ZEIT: Wie nahe sind - oder waren - Sie denn an diesem Punkt: hinzuschmeißen?

Kinkel: Es gibt immer wieder Situationen in Koalitionen, wo sich ein Partner - unabhängig von der gemeinsam zu tragenden Verantwortung - überlegen muß, ob er eine bestimmte Politik noch mittragen kann. Dieser Punkt war für die FDP erreicht, als die Frage der Steuererhöhung zum Ausgleich des Haushalts anstand.

ZEIT: Und wie steht es jetzt? Die Koalition weiß weder, wie sie den Haushalt sanieren, noch, wie sie - gemeinsam mit der CSU - den Euro einführen soll.