Wilfried Herz: "Entsagung", ZEIT Nr. 26

Ich kann es noch verstehen, daß in einer Rezession "auch Beamte ihren Beitrag leisten" sollen, ich kann aber nicht verstehen, daß es einem ZEIT-Kommentator entgangen sein sollte, daß unser Staat es versäumt hat, in den fetten Jahren für die Altersversorgung Rücklagen zu bilden, und daß aus jeder seiner Zeilen Häme spricht.

Joachim Springfeld, Immenstaad

Solche Meinungsmache sollte eine seriöse Zeitung sich verkneifen. Man stelle sich einmal vor, daß ich einen Betrieb "Staat" gründe, den beschäftigten Menschen, die ich "Beamte" nenne, ein niedriges Gehalt gönne und das damit begründe, ich würde diese Leute im Ruhestand aus der Portokasse "alimentieren" beflissen sehe ich davon ab, für die "Alimentation" Rücklagen zu bilden. Mich brächte so etwas vor den Konkurs- und Strafrichter - nicht so die Bundesregierungen. Man kann zwar infolge regierungsamtlichen Versagens jetzt von uns 0,2 Prozent fordern, man sollte aber den Grund nennen: die grob fahrlässige bis vorsätzliche Vermeidung, eine Pensionskasse zu gründen! Die 0,2 Prozent zahlen wir aus unserer Portokasse! Das Versagen gehört den richtigen Stellen zugeordnet.

Dr. Jürgen Haase, Olpe

Wenn auf die Beamten eingeprügelt wird, darf auch die ZEIT nicht fehlen. Ich möchte wetten, daß die künftige Ansammlung der Pensionsgelder nichts weiter wird als eine zusätzliche schwarze Kasse, mit der alle möglichen Haushaltslöcher gestopft werden. Verlogene Erklärungen dafür, wie berechtigt und rechtmäßig das sei, wird jeder Finanzminister dafür finden.

Klaus Hückel, Hamburg