Claudia Kempf: "Die Aldianer", ZEITmagazin Nr. 25

Wird die ZEIT neuerdings von Aldi gesponsert? - Toll, wie gut und günstig diese Yuppie- und Oldie-Typen hier einkaufen!

Christa Lautenbacher, Augsburg

Wie kann eine seriöse Zeitung eine derartige Reportage bringen - ohne jeden kritischen Unterton? Auch der Schreiberin sollte bekannt sein, wie die niedrigen Preise bei Aldi zustande kommen. Viele Aldi-Mitarbeiter arbeiten ohne jede soziale Absicherung , außerdem werden die Zulieferfirmen gnadenlos unter Preisdruck gesetzt. Helga Brüne, Gütersloh

Erst hielt ich den Bericht für eine Werbekampagne der Supermarktkette, war dann um so schockierter. Aldi wird sich eins ins Fäustchen lachen: effektivste Reklame über zehn Seiten - und umsonst.

Ich bin gebürtig aus einem 2500-Seelen-Dorf in Ost-Westfalen. Seit Aldi sich vor zwölf Jahren entschloß, dort eine Filiale zu eröffnen, sind die drei Lebensmittelgeschäfte, die den Ort vorher bedienten, eingegangen. Herbert Wiese, London

Die Damen und Herren Aldianer scheinen in ihrer neuentdeckten Leichtigkeit des Supermarktes noch nicht bemerkt zu haben, daß Aldi weder Pfandprodukte noch umweltschonende Artikel im Programm hat (vom recycelten Toilettenpapier einmal abgesehen). Vielleicht muß dann zwar Dr. Hartmanns Frau auf ihr Kabriolett verzichten, aber es gibt doch recht schmucke Fahrräder (auch von Zeit zu Zeit beim Aldi!). Aber wahrscheinlich paßt es nicht zum Lifestyle, sich sogar beim Kauf von Mineralwasser und Waschpulver über deren Folgen für die Umwelt und damit für jeden von uns Gedanken zu machen.