Daß sie Geschichte machen würden, war längst beschlossene Sache. Also haben die sechzehn Staats- und Regierungschefs der Nato auf ihrem Gipfel in Madrid nun Tschechen, Polen und Ungarn eingeladen, dem Bündnis 1999 beizutreten. Drei auf dem Weg nach Westen - und ansonsten nichts Neues?

Doch! Um den französisch-amerikanischen Streit über das rechte Maß der Osterweiterung (drei Länder, vier, fünf?) zu schlichten, einigte sich die Allianz auf einen Kompromiß, der mehr verheißt als nur das vage Bekenntnis zu einem "ungeteilten Europa". Ihr Kommuniqué zeichnet neue Linien auf die Landkarte des Kontinents.

Fortan zerfällt die Gruppe der vorerst Ausgeschlossenen nämlich in drei Klassen: Erste Wahl und namentlich genannte Aspiranten für eine zweite Nato-Öffnung schon 1999 sind Rumänien und Slowenien. Als zweitklassige Kandidaten sieht die Nato "die Staaten der baltischen Region" Esten, Letten und Litauer werden lange warten müssen. Den Rest - Slowaken, Makedonier, Bulgaren, Albaner - erwähnt die Nato nicht einmal mehr.

Auch das ist Geschichtsschreibung: Vier werden abgeschrieben.