Erst vor wenigen Wochen präsentierte British Airways (BA) mit großem Medienrummel den neuen Auftritt als weltweit agierendes Unternehmen. Jetzt bekommt die frische Lackierung von Europas Vorzeige-Airline eine tiefe Schramme. Der Streik eines Teils des Kabinenpersonals kostet das Unternehmen nicht nur viele Millionen britische Pfund, er kratzt auch gehörig am Erfolgsnimbus von BA-Chef Robert Ayling.

Im Streit mit der Transportarbeitergewerkschaft Basse, die rund drei Viertel des Kabinenpersonals vertritt, geht es vor allem um einen neuen Tarifvertrag, der im wesentlichen die Umwandlung von variablen in feste Gehaltsbestandteile beinhaltet. Trotz der Garantie des Managements, niemanden schlechter zu entlohnen als bisher, befürchtet die Gewerkschaft längere Arbeitszeiten bei insgesamt niedrigeren Bezügen. Das gelte besonders für neue Mitarbeiter, die zu niedrigeren Tarifen eingestellt werden sollen. Die Gewerkschafter protestieren dagegen, daß ihre Mitglieder trotz eines erneuten Rekordgewinns ihres Unternehmens von umgerechnet knapp zwei Milliarden Mark im vergangenen Geschäftsjahr durch immer schärfere Sparmaßnahmen stetig weiter zur Ader gelassen werden.

Nur mit neuen Einsparungen von fast drei Milliarden Mark bis zur Jahrtausendwende könne, so BA-Boß Ayling, die von ihm angepeilte Führungsposition als "unangefochtene Nummer eins auf der Welt" erreicht werden. Viele der mit der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs entstandenen Rivalen haben ihre Basis direkt vor seiner Haustür.

Fluggesellschaften wie Easy Jet, Debonair oder die Virgin Express von Richard Branson nehmen British Airways mit Billigtarifen zunehmend Kunden ab.

Der Hamburger Otto Versand, seit Jahren auf kräftigem Expansionskurs im asiatischen Raum, ist in der Heimat fündig geworden. Zum 1. August übernimmt Firmenchef Michael Otto 49 Prozent des bayerischen Versandhauses Baur. Den entscheidenden unternehmerischen Einfluß hat sich Otto gleichwohl gesichert.

Das gesamte Kapital von Baur liegt bei einer Familienstiftung, deren Satzung den Verkauf der Mehrheit nicht zuläßt.

Zwar ist der Versender in Burgkunstadt die Nummer fünf unter den heimischen Versendern, doch der Abstand zu den Großen der Branche wurde in den vergangenen Jahren immer größer. Während Otto inzwischen 26 Milliarden Mark umsetzt und damit weltweit die Nummer eins ist, stagniert Baur bei 1,3 Milliarden Mark. Nicht einmal die Wiedervereinigung wurde für eine Geschäftsausweitung genutzt.