Ein Nashorn war nicht dabei, als die Bremer Stadtmusikanten loszogen - oder doch? Jetzt ist das Nashorn ein gut bremischer Stadtprotestant - und es ehrt beide, die Schulkinder, die gegen ihre hanseatische Herrschaft ins Feld ziehen ("Lügner!"), und den Senat, der die Nashorn-Stöße (vorerst noch) aushält und um Verständnis wirbt für geänderte Verhältnisse und Finanznot. Wir müssen nur so viel wissen: Jahrelang sind fünf behinderte (Sonderschule Grolland) und zwanzig nichtbehinderte Kinder (Grundschule Grolland) in einer "Kooperationsklasse" gemeinsam unterrichtet worden. Alle fanden es gut, Schulsenator, Eltern, vor allem die Kinder. Trotz Zusagen sollten dann die einen von den anderen getrennt werden. Da wehrten sich die Kinder, machten Radau, mit einer Nashorn genannten Zeitung.

Der Erfolg: überwältigend. Wer Rang und Namen hat in der Welt europäischer Dichtung, unterstützt die tapferen Kinder, von Robert Gernhardt (Zeichnung auf dieser Seite!) bis zu Elfriede Jelinek ("Ihr habt ganz recht! Bravo!"), von Grass, Nooteboom und Tisma bis zu Parin und Ransmayr. Jan Philipp Reemtsma und Erwin Koch-Raphael schrieben ein Oratorium für die Schüler. Für das neue Nashorn (Auflage 99 handgefertigte Exemplare) hat Arnulf Rainer das Titelbild gestaltet. Spenden: "Grolland" (Bremer Landesbank, BLZ 290 500 00, r.: 1070 115 000).