Vollmundig hatte die Bundesregierung mehr Beschäftigung versprochen, als sie im vergangenen Jahr ihr Sparpaket präsentierte. Doch nach wie vor meldet die Statistik Monat für Monat Nachkriegsrekorde. Ende Juni waren 4,2 Millionen Menschen ohne Job. Die Wende auf dem Arbeitsmarkt läßt weiter auf sich warten.

Die Schuldigen für die Misere sind unschwer auszumachen: Es ist nicht die Globalisierung, die sonst für alles Schlechte herhalten muß es ist auch nicht die Konjunktur, der die alten Länder jetzt immerhin fast einen Stillstand beim Stellenabbau verdanken. Die Schuldigen sitzen in der Bundesregierung, deren Sparprogramm dafür sorgte, daß 300 000 Menschen weniger in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder in Fortbildung und Umschulung stecken. Freilich könnten die Politiker, wie sie es gern tun, die Verantwortung auch auf die Arbeitnehmer abschieben. Die feiern aus Angst vor Entlassung immer weniger krank und vermiesen so Aushilfen die Chance auf einen kurzfristigen Job. Wenigstens das müßte sich doch bis zur nächsten Vorlage der Arbeitsmarktdaten ändern lassen.